Eine Erdölplattform kann für bis zu 50 Tonnen Öleintrag im Meer sorgen. Täglich!

21/04/2014 at 22:15

Bisher hatte ich geglaubt, der von Ölkonzernen und Regierungen akzeptierte Kollateralschaden bei einer Erdölbohrung beliefe sich auf 3-5 Tonnen Öleintrag ins Meer. Täglich. Alle Arbeitsschritte inklusive, die mit einer Ölplattform und der Erdölförderung einhergehen. Das allein erschien mir schon brutal. Spanische Experten hingegen sprachen – womöglich mit dem Ziel das Thema “Erdölplattformen im Mittelmeer” zu verharmlosen – in den vergangenen zwei Jahren immer von 2-4 Tonnen Öleintrag täglich. So wurde das in den heimischen Medien auch ständig publiziert.

Befreundete Meeresbiologen mit exzellentem Feindwissen erzählten mir aber vor einigen Tagen, dass diese Angaben noch weit unter der wirklich verursachten Kontamination liegen: Der von Regierungen und Mineralölkonzernen akzeptierte Kollateralschaden einer Erdölplattform kann – alle Arbeitsschritte inklusive – ihrer Meinung nach bis zu 50 Tonnen am Tag betragen! Und von den Chemikalien und den Schwermetallen, die das Meer bei einer Erdölbohrung verseuchen, haben wir noch nicht gesprochen.

Bei dieser schleichenden Verseuchung muss es noch nicht einmal zum Blowout kommen, wie geschehen am 20. April 2010 im Golf von Mexiko, als die Deepwater Horizon (BP/Brtish Petroleum) explodierte und für eine Ölpest riesigen Ausmaßes sorgte. Nur am Rande sei erwähnt, dass 11 Arbeiter starben. So oder so: Die hoch gelobten azurblauen Gewässer der Balearen werden – sollten die Mineralölkonzerne ihre Projekte dank der Unterstützung unseres spanischen Industrieministers José Manuel Soria und unseres Umweltministers Arias Cañete (in Kürze ersetzt durch Isabel García Tejerina) durchziehen können wie geplant – bald der Vergangenheit angehören! Darauf könnte man schon jetz Wetten abschließen und im Voraus Dank sagen an unseren spanischen Präsidenten Mariano Rajoy (PP).

Ach ja, meine Freunde haben mir auch erzählt, dass der gesamte Planet Erde bis spätestens 2030 vollkommen exploriert werden soll. Will heißen, dass sich die Mineralölkonzerne schon jetzt die Claims sichern, obwohl sie noch nicht über die in manchen Gebieten erforderlichen Technologien verfügen. Aber die können sich ja entwickeln – und das große Geschäft mit den Öl- und Gasressourcen muss schließlich weitergehen.