The Mediterranean Sea, the world’s biggest playground for oil companies / Die Balearen sind umgeben von Explorationsprojekten – Aussichten für 2014 und darüber hinaus / View on the future

16/08/2014 at 9:21

The Balearic Islands are surrounded by oil exploration projects. See map published by Alianza Mar Blava on December 27th 2013. You have to install Google Earth for to get the complete idea. Meanwhile some more projects have been presented. Latest one has been published 2 weeks ago and will take place offshore Castellón. If the Spanish governmnent in Madrid allows it. But as we saw during the last 2 years, there is no doubt that they support the oil companies’ activities in the Mediterranean. And for sure in the Atlantic Ocean offshore Canary Islands. And it is not yet proved that they always follow legal paths on their way to success!

Am 27. Dezember veröffentlichte die Allianz Mar Blava eine interaktive Karte http://alianzamarblava.org/es/petroleo/mapa/ mit allen Erdöl- und Erdgasprojekten im Mittelmeerraum, die direkt oder indirekt Einfluss auf die Baleareninseln haben – beziehungsweise haben werden. Mittlerweile sind weitere Projekte angemeldet worden, wie beispielsweise das vor der Autonomieregion Castellón vor etwa zwei Wochen.

Die spanische Regierung müsse all diese Explorationsprojekte bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (auf spanisch EIA/deutsch UVP) mit einbeziehen, fordert die Allianz Mar Blava. Außerdem müsse die Umweltverträglichkeit des Gesamtprojektes evaluiert werden, nicht nur die der einzelnen Projektphasen. Zum Gesamtprojekt gehören sowohl die 3D-Seismik als auch Testbohrungen und spätere Erdölförderungen. Nur so könne man das komplette Ausmaß der zu erwartenden Umweltschäden einschätzen, urteilt Carlos Bravo, Koordinator der Allianz Mar Blava. Momentan erlaubt die spanische Regierung die Evaluierung der einzelnen Projektphasen, wodurch der Eindruck entsteht, die negativen Umwelteinflüsse des Projektes seien als eher harmlos einzustufen.

Bleibt die Frage: Sind die Explorationsprojekte des schottischen Mineralölkonzerns Cairn Energy/Capricon Spain Limited zwischen Ibiza und Valencia sowie andere geplante Projekte im Mittelmeer überhaupt noch zu stoppen? Man würde es der Meeresflora und -fauna, den Insulanern und Festlandbewohnern und allen Mittelmeeranrainern wirklich wünschen, doch das spanische Industrieministerium und auch andere Regierungen werden alles daran setzen, ihre Projekte durchzuziehen. Davon kann man wohl ausgehen. Hinsichtlich des Cairn Energy-Projektes lässt der spanische Industrieminister Soria jedenfalls keinen Zweifel aufkommen, dass seine Behörde die Pläne des Mineralölkonzerns gutheißt und voll unterstützt.

Und das hat seine Gründe, es geht um viel Geld. Nicht nur im Mittelmeerraum, sondern auch auf dem Rest des Planeten. Wie mir der Diplombiologe Peter Niesslbeck aus München schon vor vielen Monaten mitteilte, hat sein Unternehmen, das zur EUROPEAN COUNTRIES BIOLOGISTS ASSOCIATION (ECBA) gehört, schon seit langem Kenntnis darüber, dass die Explorations-Ideen der Ölwirtschaft im westlichen Mittelmeer viel weitreichender sind, als der Laie annehmen würde. Die Interessen der Mineralölkonzerne erstrecken sich offensichtlich bis zum östlichen Kontinentalsockel und sogar darüber hinaus. Auslöser war eine Studie der Amerikaner, aber die Ursachen würden sogar noch weiter zurückliegen, meint Niesslbeck. Bis dato fehle zum Glück noch die entsprechende Bohr-Technologie für die Realisierung all dieser Pläne, aber alle Länder und internationalen Firmen würden zurzeit explorieren und sich ihre Claims sichern. Weltweit – und wie die Verrückten. “Internationales Forschungsziel ist nachweislich, die gesamte Erde bis zirka 2030 flächendeckend geophysisch untersucht zu haben”, urteilt Peter Niesslbeck. Das betreffe natürlich zuallererst Rohstoffe, dann geophysische Anomalien, danach Erdbeben/Tsunami-Risiken usw.

Peter Niesslbeck befürchtet, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten ist, solange wir in einer auf fossiler Energie basierenden Wirtschaft leben. Seines Erachtens bleibt deshalb nur, kompetent und klug maximalen Umweltschutz zu fordern, die Risiken richtig zu evaluieren und im Hinblick auf die “Unfall”-Verursacher die Kosten dort einzutreiben, wo sie entstehen. Und diese nicht – wie bisher üblich – auf die Allgemeinheit abzuwälzen.

Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt – und deshalb sollten alle Bewohner der Balearen und des Festlands endlich den Ernst der Lage erkennen, und sich gemeinsam gegen das Cairn Energy-Explorationsprojektes zur Wehr setzen. Denn wir sitzen alle im gleichen Boot, und das steuert mit hoher Geschwindigkeit direkt ins Verderben. Die Balearen leben vom Tourismus und von ihren relativ sauberen Gewässern, weitere Erdölplattformen werden das Ende dieses Paradieses einläuten.

Mehr Infos findet ihr auf der Webseite der Allianz: www.alianzamarblava.org

Wer die Karte korrekt sehen will, muss vorher Google Earth installieren!